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Thüringer Schlittenhundesportler starten in heiße Phase

Verantwortlicher Autor: PM Sascha Mönch Thüringen, 23.02.2022, 16:46 Uhr
Presse-Ressort von: Karl-Wolfgang Fleißig Bericht 5121x gelesen

Thüringen [ENA] Während der Winter zumindest im Thüringer Flachland geht, nahen für die Thüringer Schlittenhundesportler die Saisonhöhepunkte mit großen Schritten. Ab dem kommenden Wochenende geben sich die wichtigsten Rennen des Winters quasi im Wochentakt die Klinke in die Hand – und in vielen von ihnen ist der Schlittenhundesportclub Thüringen e.V. (SSCT) mit Sportlern vertreten.

Den Auftakt machen schon in wenigen Tagen die Sprint-Weltmeisterschaften des „offenen“ Dachverbandes IFSS, in dem außer den traditionellen nordischen Schlittenhunderassen auch alle anderen Hunde eingesetzt werden dürfen. Ursprünglich vom 23. bis 27. Februar im mittelschwedischen Åsarna geplant, mussten die Titelkämpfe aufgrund Schneemangels kurzfristig ins norwegische Hamar verlegt werden. Dort werden mit Laura Stichling, Thomas Bing, Sebastian Görlach und Marcel Gürnth gleich 4 Musher die Farben des SSCT vertreten.

Ein Quartett, aus dem vor allem Thomas Bing heraussticht. Von Haus aus Skilangläufer, hatte der Mann aus der Rhön zu Beginn der Saison noch gehofft, sich für den DSV-Kader für die gerade zuende gegangenen Olympischen Winterspiele qualifizieren zu können. Leider blieben entsprechende Ergebnisse im Weltcup für den 31-Jährigen aus, so dass der Flieger nach Peking ohne ihn abhob. Allerdings hat Bing bereits vor einigen Jahren über seine Lebensgefährtin Laura Stichling auch den Weg in den Schlittenhundesport, speziell die Kategorie Skijöring, gefunden – die WM in Hamar wird sein erster Auftritt bei einem Titelrennen in dieser Szene sein.

Und die Vorzeichen stehen nicht schlecht: Beim Weltcuprennen in Unterjoch im Allgäu – dem einzigen deutschen Schneerennen dieser Saison, das nicht pandemiebedingt abgesagt werden musste – siegte Bing in der Kategorie Skijöring. Gleiches gelang in der Pulkaklasse Laura Stichling aus Tröchtelborn, die im Gegensatz zu ihrem Freund in der Schlittenhundeszene seit Jahren eine feste Größe ist. Auch sie dürfte sich für die WM am kommenden Wochenende in Hamar Chancen auf vordere Platzierungen ausrechnen – zumal sie als echte Vielstarterin gleich in 3 verschiedenen Kategorien gemeldet hat.

Gleiches gilt für Sebastian Görlach, der im Skijöring sowohl in der Kategorie mit einem Hund wie auch in der Zwei-Hunde-Klasse an den Start gehen will. Auch er kann nach dem Weltcuprennen von Unterjoch optimistisch nach Norwegen reisen – im Allgäu wurde der Großbreitenbacher im Skijöring Zweiter in der Zwei-Hunde-Klasse. Nicht auf Ski, sondern traditionell auf dem Schlitten unterwegs ist Marcel Gürnth aus der Nähe von Wurzen, der sich bereits vor einigen Jahren dem SSCT angeschlossen hat. Bei einem der wenigen Testwettkämpfe vor der WM ist er Anfang Februar bei einem internationalen Rennen in der Biathlon-Arena von Östersund in Schweden an den Start gegangen und hofft, sich zu den Titelkämpfen Ende dieser Woche noch steigern zu können.

Um deutlich längere Strecken als zur Sprint-WM in Hamar wird es in der Woche darauf gehen. Denn vom 28.02. bis 04.03. findet in der mittelschwedischen Provinz Dalarna die Langstrecken-WM der WSA (Dachverband für die reinrassigen nordischen Schlittenhunderassen) statt. Diese wird im Rahmen des traditionellen „Polardistans“-Rennens ausgetragen – auf einer Streckenlänge von stolzen 300km geht es dann vom kleinen Ort Särna bis hinauf in die baumlosen und oft sturmumtosten Fjälls und wieder zurück. Genau das richtige Terrain für Siberian Husky, Alaskan Malamute und Co., die bei diesem den traditionellen Schlittenhunderassen vorbehaltenen Rennen eingesetzt werden.

Für den SSCT gehen dort Angela Wiatowski (Gardelegen) und Mathis von Siebenthal (Rot am See) an den Start. Beide haben sich ebenfalls von außerhalb dem SSCT angeschlossen und starten für unseren Verein. Und beide verfügen bereits über einige Erfahrung im Langstrecken-Schlittenhundesport. Während Mathis von Siebenthal sein Schlittenhunde-Knowhow auf mehreren Stationen als Helfer (sog. „Doghandler“) bei verschiedenen Langstrecken-Mushern erworben hat und jetzt selbst ins Renngeschehen einsteigen möchte, sind Angela Wiatowski und ihre Siberian Huskies seit Jahren Stammgäste auf Schlittenhunderennen in Thüringen, Deutschland und Nordeuropa.

Erst Ende Januar ging ihr Mann Andreas mit ihren Hunden beim Vildmarksracet an den Start, einem 120-km-Testrennen in Mittelschweden, und belegte dort in der Klasse über 8 Hunde einen hervorragenden 5. Platz. Auf einige der Gegner dort wird das Ehepaar Wiatowski auch in Särna bei der Langstrecken-WM wieder treffen… Rund 230 Kilometer Gesamtstrecke liegen Mitte März vor Sylvie Lindisch – und das auf Ski! Die Tierärztin aus Gräfenroda startet dann mit ihren Teutonenhunden und zwei Langlauf-Latten beim „Lekkarod“ – einem 9 Tage dauernden Etappenrennen in den französischen Alpen. Heißt: Nicht nur Tagesabschnitte zwischen 15 und 36 Kilometern Länge sind zu bewältigen, sondern auch bis zu 1000 Höhenmeter pro Tag!

Eine Herausforderung, die auch Sebastian Görlach nach seinem Sprint-WM-Start in Hamar noch annehmen will, ebenfalls als Skijörer – der Fast-2-Meter-Schlaks und Ex-Skilangläufer aus Großbreitenbach beweist damit seine Allround-Qualitäten in diesem Sport. Der endgültige Abschluss der Schneesaison – der bleibt der „Chefin“ vorbehalten. Vereinsvorsitzende Anke Schiller-Mönch wird in der Woche vor Ostern, also Mitte April, mit einem 6-Hunde-Gespann reinrassiger Siberian Huskies beim „Tobacco Trail Sled Dog Race“ an den Start gehen, ...

einem kleinen, aber feinen Langstreckenrennen in Schwedisch-Lappland, rund 200 km nördlich des Polarkreises. Dort hat sie für die kürzere, 150km lange, Strecke gemeldet. Für ihr junges Gespann ein Einstieg in die Welt der Langdistanzrennen – für Thüringer Schlittenhundesportler hingegen der letzte Höhepunkt einer Schneesaison, die so ganz ohne einheimische Rennen zwar spät in Fahrt kommt, dafür aber nicht weniger arm an Höhepunkten ist.

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