Montag, 17.02.2020 02:16 Uhr

Neue Kindergartenplätze für Eisfelder Nachwuchs

Verantwortlicher Autor: K.-W. Fleißig Eisfeld, 04.02.2020, 11:40 Uhr
Presse-Ressort von: Karl-Wolfgang Fleißig Bericht 2442x gelesen

Eisfeld [ENA] Was lange währt wird gut – dieses Sprichwort gilt auch für den Bau einer Kindertagesstätte in Eisfeld. Dies hat sich am letzten Donnerstag im Januar im Städtchen an der Werra gezeigt. Nach der Überwindung zahlreicher Hürden konnte hier nun durch den Umbau des ehemaligen Strabag-Gebäudes eine moderne Einrichtung für die Kinderbetreuung von künftig 32 Steppkes im Alter von einem bis drei Jahren ...

seiner Bestimmung übergeben werden. Die Einrichtung wird in der Trägerschaft der Diakonie als Zweigstelle des Steudacher Kindergartens „Pfiffikus“ betrieben. Zusammen mit dem „Hauptgebäude“ werden dann insgesamt 152 Kinder im Alter von einem Jahr bis zum Schuleintritt von der Diakonie betreut. Zahlreich waren die Gäste erschienen, um das Haus würdig einzuweihen. Allen voran Pfiffikus-Kinder im Schuleintrittsalter, die zusammen mit der Leiterin des Kindergartens Ramona Pusch und weiteren Erzieherinnen gekommen waren und ein kleines Programm gestalteten.

Neben dem Eisfelder Bürgermeister Sven Gregor, Stadträten und Mitgliedern der Stadtverwaltung waren u. a. auch der stellvertretende Landrat Dirk Lindner, der Geschäftsführer der Diakonie Sonneberg-Hildburghausen Klaus Stark mit Mitarbeitern, Vertreter von Handwerksbetrieben, Bernd Greiner vom gleichnamigen Ingenieurbüro, Sibylle Langguth vom kommunalen Kindergarten Sachsenbrunn und Claudia Zeitler vom AWO Kindergarten Eisfeld sowie weitere Vertreter von Institutionen und der Eisfelder evangelischen Kirchgemeinde anwesend.

Ramona Pusch dankte zu Beginn der Hausübergabe den Handwerkern und dem Bürgermeister sowie der Stadtverwaltung, dass sie nun ein neues Haus in Besitz nehmen können. Die Kinder fragten auch in einem Lied den Bürgermeister an, wo er denn schon im Sand und Matsch gespielt habe und gaben die Antwort auch gleich selbst – natürlich im Kindergarten. „Wir freuen uns auf unser neues Haus, sieht es jetzt doch richtig Klasse aus“ – das Lob aus mehrstimmigem Kindermund. Mit ihrem Programm wollten sich die Kids bei allen Leuten, die am Bau beteiligt waren und die diese Einrichtung ermöglicht haben, bedanken.

Auch an die einzelnen Gewerke wurde dichterisch gedacht, die den Einzug ermöglicht haben. Da hieß es beispielsweise: „Die Elektriker schlossen den Strom dann an, damit im Haus alles funktionieren kann“ oder „Die Fliesenleger legen die Fliesen an die Wand, dabei arbeiten sie Hand in Hand“. Reinhilde Kaiser und Christine Pfrenger von der evangelischen Kirchgemeinde Eisfeld hatten als Geschenk zwei unterschiedliche Bibeln dabei – einmal zum Vorlesen und bebildert, zum anderen mit kreativen Vorschlägen und zum Basteln. Schließlich gab es auch noch den Segen für die Kinder und das Haus.

Bürgermeister Sven Gregor begrüßte ebenfalls die Gäste und freute sich, dass der lange Weg von der Planung bis zur Fertigstellung, durch manche Verzweiflung gekennzeichnet, ein gutes Ende genommen hat. Es waren vor allem ortsansässige und regionale Handwerker, die am Umbau beteiligt waren und damit auch den Wirtschaftsstandort Eisfeld gestärkt haben. Sein Dank ging an alle, die auf dem Weg des Gebäudeumbaus und der Einrichtung dieser neuen Kindertagesstätte eingebunden waren.

Ein langer Weg bis zur Fertigstellung

Viel Engagement war beim Umbau des ehemaligen Strabag-Gebäudes gefragt. Zum Jahreswechsel 2017/18 sei klar gewesen, so Bürgermeister Sven Gregor bei seiner Begrüßungsrede und im Vorfeld, dass die vorhandenen Plätze für die Kinderbetreuung in der Stadt künftig nicht ausreichten und somit für Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren neue zu schaffen sind. Im Vorfeld hatte eine Überprüfung der Einrichtungen auf eine Kapazitätserweiterung in der Stadt mit seinen beiden Kitas und den Ortsteilen Harras und Sachsenbrunn stattgefunden. Die notwendigen 35 Plätze konnten dort nicht geschaffen werden. Mit dieser Prämisse beschäftigte sich auch der Eisfelder Stadtrat mehrmals.

Als im Jahr 2018 die Strabag ihr Bürogebäude „Am Eichholz“ in Eisfeld verkaufte sah die Stadt eine Möglichkeit, durch entsprechende umfangreiche Umbauarbeiten Kindern hier eine Betreuungsmöglichkeit zu schaffen. Da die Stadt selbst die dazu notwendigen Mittel durch andere Investitionsmaßnahmen nur schwer aufbringen konnte, hatte die Diakonie sich bereit erklärt, als Investor aufzutreten – dieses Gebäude zu erwerben und umzubauen. Mit einem Erbpachtvertrag über 30 Jahre wollte die Stadt das Haus schließlich ab finanzieren. Dagegen sprach sich jedoch die Kommunalaufsicht des Landkreises Hildburghausen aus.

Somit musste sich der Stadtrat erneut mit dem Kita-Bau auseinandersetzen. Nach eingehenden Diskussionen im Stadtrat hat man sich aus mehreren Varianten für den Um- und Ausbau des Strabag-Gebäudes entscheiden. Dabei machte man sich eine Entscheidung über das weitere Vorgehen nicht einfach. Im März/April des Jahres 2018 wurde mehrheitlich der Beschluss gefasst, den Bau und die finanziellen Mittel in Eigenregie in Angriff zu nehmen. Das machte eine Umplanung im Stadt-Haushalt erforderlich. Nach Planung, Ausschreibung der Bauarbeiten und Auftragsvergabe gab Eisfelds Bürgermeister Sven Gregor am 12. April 2019 den symbolischen Startschuss für den Umbau des ehemaligen Strabag-Gebäudes am Eichholz in Eisfeld zu einer neuen Kindertagesstätte.

Das neue Haus

Es entstanden zwei Einheiten als reiner Kleinkindbereich für je 16 Kinder im Alter von ein bis drei Jahren. Drei ältere Kinder finden ihren Platz im „Hauptgebäude“ in Steudach. Jede Einheit setzt sich aus zwei Gruppenräumen – die durch eine Schiebetür getrennt sind – sowie einem Schlafraum und einem Sanitärbereich zusammen. Des Weiteren sind Büro, Küche und Putzraum in das Gebäude integriert. Die Räume sind durch große Fenster sehr hell. Der Außenbereich ist durch eine Terassentür vom jeweiligen Gruppenraum erreichbar. Hier sollen noch Spielgeräte errichtet werden. Die Fertigstellung der Außenfassade und des Außenbereiches erfolgt dann im Frühjahr.

Die Kosten

Die Gesamtkosten für die Maßnahme belaufen sich auf eine Million Euro. Diese setzen sich zusammen aus 750.000 Euro für den Umbau, wobei 300.000 Euro an Fördermitteln des Bundes und des Freistaates Thüringen geflossen sind. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich somit auf 450.000 Euro. Dazu kommen ca. 250.000 Euro Grunderwerbskosten und Nebenkosten. Die ursprünglich eingehgeplanten Kosten konnten auch gehalten werden, so Bürgermeister Sven Gregor. Bürgermeister Sven Gregor wies auch auf den Stadthaushalt hin, der 11 Millionen Euro umfasst. Mit den laufenden Kosten Kindertagesstätten, Kreisumlage und Personalkosten als Pflichtaufgaben mit jeweils 3,5 Millionen Euro bliebe nur ein kleiner Teil des Geldes für andere Aufgaben.

Der Landkreis ist in der Pflicht

Der stellvertretende Landrat Dirk Lindner überbrachte die Grüße des Landrates Thomas Müller. „Zur Erziehung braucht man eine Gemeinschaft und ein Haus – beides hat man heute hier.“ Für ihn haben damit die Kinder, die Erzieherinnen, die Stadt und auch der Landkreis gewonnen. Letzterer ist für einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz zuständig. Insgesamt gibt es im Landkreis 3083 Plätze mit einer Belegungsquote von 93 Prozent. Lindner hatte auch einen Umschlag mit Inhalt für einen Puppenwagen im Gepäck. Bernd Greiner vom Ingenieurbüro Greiner hatte ein Gedicht mitgebracht und versprach eine Spende für die Einrichtung. Eine Besichtigung der Räumlichkeiten und Gespräche gab es im Anschluss an den offiziellen Teil.

Mit dem Umbau des ehemaligen Strabag-Gebäudes zu einer modernen Kindereinrichtung verfügt man in der Stadt Eisfeld sowie den Einrichtungen in den Ortsteilen Harras und Sachsenbrunn über 435 Betreuungsplätze für Kinder. Im Sommer ist ein Tag der offenen Tür in der neuen Einrichtung geplant. Seit dem 3. Februar 2020 werden nun zunächst zehn Kinder ihr Tages-zu-Hause im neuen Gebäude finden, bevor es dann im Sommer 19 Kinder sein werden. Offen ist noch, welchen Namen die neue Filialeinrichtung bekommen soll.

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