Montag, 24.09.2018 07:32 Uhr

Die alte Dame braucht Hilfe

Verantwortlicher Autor: K.-W. Fleißig Stelzen, 03.07.2018, 14:13 Uhr
Presse-Ressort von: Karl-Wolfgang Fleißig Bericht 4602x gelesen

Stelzen [ENA] Als ein Wahrzeichen und kulturelles Gut für den kleinen Ort Stelzen zählt die dortige Kirche St. Marien. Pfarrerin Bärbel Flade von der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Sachsenbrunn-Stelzen kennzeichnete sie kürzlich auch als unverzichtbares und prägendes Ensemble des knapp 90 Einwohner zählenden Ortsteiles der Einheitsgemeinde Sachsenbrunn. Zusammen mit dem Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates ...

war sie zur jüngsten Gemeinderatssitzung gekommen, um die akuten baulichen Probleme des Gotteshauses den Gemeinderäten darzustellen und um Unterstützung zu bitten. Dafür wurde den beiden Kirchenvertretern ein Rederecht eingeräumt. Im vergangenen Jahr konnten die Gemeindemitglieder mittlerweile „550 Jahre Kirche St. Marien in Stelzen“ feiern. „Das Problem brennt unter den Nägeln“, so der Gemeinderatsvorsitzende. „Die Pfarrei und das Gotteshaus brauchen Hilfe – die alte Dame braucht Hilfe“.

Ihm ist die finanzielle Situation der Kommune klar, trotzdem hoffen er, Pfarrerin Bärbel Flade und die Kirchgemeinde auf Hilfe. Bärbel Flade stellte die akuten Probleme der Bausubstanz dar. So muss die Tragwerkskonstruktion des Daches unbedingt erneuert und das Dach neu eingedeckt werden. Außerdem müssen anschließend im Mauerwerk aktive Risse beseitigt werden. Ursache dafür sind vermutlich die Last des Daches und verschobene Balken. „Wir müssen die Riesenaufgabe schnell in Angriff nehmen“, so Flade. Ein Gutachten über die Kosten der Sanierung sei angefertigt worden. Diese beliefen sich zunächst auf rund 312.000 Euro.

Ohne Fördergelder ist diese Aufgabe nicht zu stemmen. Dafür muss aber nun die Kommune mit ins Boot geholt werden. 80 Prozent der Gelder können aus öffentlichen Mitteln finanziert werden. Diese Gelder müssen jedoch von der Kommune beantragt werden. Die restlichen 20 Prozent kommen von der Kirche als Eigenanteil. Das Problem für alle Beteiligten ist jedoch, dass die 80-prozentige Förderung – das sind 249.000 Euro – zu einem Drittel von der Kommune Sachsenbrunn kommen muss und die restlichen zwei Drittel schließlich die eigentlichen öffentlichen Gelder aus der städtebaulichen Förderung darstellen.

Für Sachsenbrunn wäre dies eine Belastung von 83.200 Euro. Das ist jedoch nicht machbar. Um andere Fördertöpfe nutzen zu können, wäre eine Beteiligung von mindestens 40.000 Euro durch die Gemeinde Sachsenbrunn notwendig. Auch dies kann die Kommune nicht stemmen. Da die Gemeinde Sachsenbrunn im Januar 2019 im Rahmen der Gebietsreform in Thüringen der Stadt Eisfeld angegliedert wird, wird der noch bestehende Rat dieses Anliegen als Absichtserklärung mit in die neue künftige Kommune Eisfeld nehmen und für eine Realisierung plädieren. Entscheiden wird jedoch der neue Eisfelder Stadtrat.

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