Montag, 23.07.2018 07:59 Uhr

Brandschutzerziehung in der Grundschule

Verantwortlicher Autor: K.-W. Fleißig Sachsenbrunn, 08.04.2018, 20:47 Uhr
Presse-Ressort von: Karl-Wolfgang Fleißig Bericht 5252x gelesen

Sachsenbrunn [ENA] "Feuer kann schnell außer Kontrolle geraten. Es ist dann heiß, verletzend und gefährlich. Die Flammen können rot, orange, gelb oder blau gefärbt sein. Die Luft flimmert und ist heiß. Der Rauch stinkt, kann schwarz, grau oder weiß sein und ist giftig. Zur Ausrüstung eines Feuerwehrmanns oder einer Feuerwehrfrau gehören Helm, Jacke, Handschuhe, Gurt, Hose und Stiefel."

Das sind Themen, welche die Erstklässler der Sachsenbrunner Grundschule im Projekt Brandschutzerziehung kennengelernt haben. Drei Tage lang war Brandmeister Jens Schubert von der Freiwilligen Feuerwehr Sachsenbrunn kürzlich in der Grundschule des Ortes anzutreffen, um den Mädchen und Jungen in Sachen Brandschutzerziehung Wissen zu vermitteln. Zwischen der Grundschule in Sachsenbrunn und der Freiwilligen Feuerwehr gibt es einen Kooperationsvertrag der festlegt, dass jährlich eine solche Brandschutzerziehung durchgeführt wird.

Waren in den vergangenen Jahren die zweiten bis vierten Klassen in dieses Projekt integriert, so wurden mit diesem Schuljahr auch die Erstklässler mit einbezogen. In mindestens zwei Unterrichtsstunden haben sie außerdem erfahren, dass es gutes und böses Feuer gibt und welche Rettungswege an der Schule vorhanden sind. Weiterhin haben die 26 Kids das Heft „Brandschutzerziehung für Kinder“ erhalten, das dank zahlreicher Sponsoren der Kreisfeuerwehrverband Hildburghausen e.V. für die Brandschutzerziehung und Brandschutzaufklärung allen Erstklässlern im Landkreis Hildburghausen zur Verfügung stellt. Eine feine Sache.

Weiteres Schulungsmaterial wird von der SparkassenVersicherung finanziert und über die Geschäftsstelle der Thüringer Jugendfeuerwehr zur Verfügung gestellt. Ebenfalls in mindestens zwei Stunden erfahren die Zweitklässler mehr über Gefahren des Rauches sowie das Verhalten bei Notfällen und Gefahren im Haushalt. Die meisten Brandopfer verbrennen nämlich nicht, sondern ersticken am giftigen Brandrauch. In diesem Zusammenhang wurden die Mädchen und Jungen auch auf die gesetzlichen Vorschriften zur Installation eines Rauchwarnmelders hingewiesen. Zur besseren Demonstration der Rauchgefahren hatte Jens Schubert ein „Rauchhaus“ dabei.

Dieses wurde vom Kreisfeuerwehrverband Hildburghausen e.V. für die Ausbildung der Jugendfeuerwehr im Landkreis gesponsert und kam auch hier in Sachsenbrunn zum Einsatz. Mindestens drei Stunden sind es für die beiden nachfolgenden Klassenstufen. Die Drittklässler lernen die Aufgaben der Feuerwehr kennen, die da lauten „Löschen, Bergen, Retten, Schützen“ und unter welchen Bedingungen ein Feuer entsteht. Auch der Umgang mit Zündmitteln und deren sichere Handhabung stand auf dem Plan. Im Modul Erste Hilfe geht es u.a. darum, kleinere Verletzungen richtig behandeln zu können. In der vierten Jahrgangsstufe gibt es einige Wiederholungen und die letzte Lernzielkontrolle wird geschrieben.

Alle Viertklässler der Sachsenbrunner Grundschule haben die Kontrolle bestanden und dafür voller Stolz schließlich das goldene Brandschutz-Abzeichen sowie die goldene Brandschutz-Urkunde erhalten. Ein Höhepunkt für Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrerinnen war dann auch eine Räumungsübung. Dabei wurde angenommen, dass die Ausgangsbereiche der Schule durch ein Feuer nicht benutzbar sind, so dass der Notausgang über die Turnhalle genommen werden musste. Hier sollte erlerntes Wissen umgesetzt werden. In einem Brandschutzpass werden über die Schuljahre hinweg die behandelten Themen bestätigt.

Schulleiterin Diana Schwabbacher und auch gleichzeitig Klassenleiterin der zweiten Klasse findet das Projekt zwischen Schule und Freiwilliger Feuerwehr wichtig und dass es auch alljährlich stattfindet. Dass es auch organisatorisch wichtig ist, so die Schulleiterin, hat sich darin gezeigt, dass der Alarmgeber erneuert werden muss und auch noch Rauchwarnmelder zu installieren sind. Christine Pommer-Otto, Klassenleiterin der ersten Klasse findet das „Projekt sehr gut und wichtig, dass die Kinder in diesem zarten Alter schon darauf vorbereitet werden, wie sie mit solchen Sachen umgehen, dass sie wissen, wie sie sich bei Gefahren und Bränden verhalten sollen.

Die Hinweise, die Herr Schubert gibt, macht er auf sehr interessante Art.“ Bei den Jungs sei das Interesse größer als bei den Mädchen gewesen, es sei also interessenabhängig. Auf die drei Tage bezogen können alle Beteiligten erneut ein positives Resümee ziehen. Jens Schubert liegt viel an der Brandschutz- und Sicherheitserziehung von Kindern. Die Qualifikation als Brandschutz- und Sicherheitserzieher hat er sich im Jahr 2008 bei einem Lehrgang im Ausbildungszentrum der Thüringer Jugendfeuerwehr in Hümpfertshausen geholt. Seitdem gibt es diese Kooperation zwischen Grundschule und Freiwilliger Feuerwehr in Sachsenbrunn.

Auch in der Sachsenbrunner Kindertagesstätte ist er in der großen Gruppe in Sachen Brandschutzerziehung unterwegs. In der Einheitsgemeinde Sachsenbrunn ist der Brandmeister Schubert auch Jugendwart und seit einem Jahr auch Kreisjugendwart. Eine Fülle von Aufgaben, die es zu bewältigen gilt und sehr viel Zeit beansprucht. Jens Schubert arbeitet in der PD-Industriegesellschaft mbH in Brattendorf. Der dortige Betriebsleiter unterstützt Schubert bei seiner gesellschaftlich wichtigen Aufgabe.

Seit drei Jahren wird er für die Brandschutzerziehung in Sachsenbrunn freigestellt – da kann man nur sagen, dass dies eine vorbildliche Anerkennung seitens des Unternehmens für den Brandschutz und die Freiwillige Feuerwehr ist. Auch vorher konnte Jens Schubert unter Vor- oder Nacharbeit seiner Arbeitszeit solche Termine wahrnehmen. Wenn mit der Neufassung des Brand- und Katastrophenschutzgesetzes ab dem Schuljahr 2019/20 die Brandschutzerziehung zur Pflicht werden soll, dann haben hier die Sachsenbrunner Grundschule und die Freiwillige Feuerwehr Sachsenbrunns bereits unabhängig von äußeren Zwängen ein gutes Beispiel gegeben.

Wird die Brandschutzerziehung in Thüringen zur Pflicht, dann muss auch für entsprechende finanzielle Grundlagen und Ausbilderinnen bzw. Ausbilder gesorgt werden. Einen positiven Nebeneffekt dürfte solch eine Brandschutzerziehung außerdem mitbringen – Kinder werden angeregt, über eine Mitgliedschaft in einer Jugendfeuerwehr nachzudenken. Wenn das nichts ist!

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