Montag, 17.02.2020 02:38 Uhr

Ein König sucht seine Königin

Verantwortlicher Autor: K.-W. Fleißig Sachsenbrunn, 04.02.2020, 11:25 Uhr
Presse-Ressort von: Karl-Wolfgang Fleißig Bericht 2459x gelesen
Die Bewerberinnen werden gesichtet
Die Bewerberinnen werden gesichtet  Bild: K.-W. Fleißig

Sachsenbrunn [ENA] Es ist geschafft, die Abstinenz ist vorbei – ein Jahr ist vergangen und die Sachsenbrunner Theaterzeit im thüringischen Landkreis Hildburghausen hat wieder begonnen. Zunächst sind es die Mädchen und Jungen des Kinder- und Jugendtheaters, die traditionell die Saison des Jahres 2020 eröffnen.

Am ersten Januar-Wochenende starteten die Nachwuchsdarsteller des Sachsenbrunner Theatervereins mit der Premiere des Stückes „König sucht Königin Lichterloh“ nach Hans Menzel Severing in ihre 13. Spielsaison. Der Vorsitzende des Sachsenbrunner Theatervereins Detlef Fritz begrüßte die kleinen und großen Zuschauer im Saal des Gasthauses „Zum Werratal“ in Sachsenbrunn. Es war ein nicht ganz so bekanntes Märchen, das er ankündigte. Überraschungen waren vorprogrammiert. Auf seine Frage hin, ob denn jemand weiß, wie man einen Pfefferpfirsich pflückt, der im Märchen eine zentrale Rolle spielt, schnellte allerdings keine einzige Hand der Zuschauer empor. Woher soll man auch die Antwort für eine solch knifflige Frage wissen?

Bevor jedoch die Vorstellung beginnt, sitzen die Mädchen und Jungen auf der Bühne hinter geschlossenem Vorhang. Einige unterhalten sich zwanglos ohne Lampenfieber und andere schauen noch einmal in das Rollenbuch. Weitere wiederum sind noch in der Maske und lassen sich schminken. Nach dem dritten Fanfarenstoß von den Zinnen des Königspalastes ist es endlich soweit und des Rätsels Lösung beginnt zu nahen. „Heute ist wieder Märchenzeit, ich sag nur wenn’s los geht – also jetzt“, meint der Erzähler und Nachtwächter alias Luzian Reimann. Alsdann öffnet sich der Theatervorhang und gibt den Blick auf den festlich geschmückten Thronsaal des Königspalastes frei.

In diesem Stück „König sucht Königin Lichterloh“ mit sieben Szenen geht im Reich des Königs Lichterloh (Jamie Krzikalla) vieles drunter und drüber, weil sich seine Majestät nur noch fürs Sternengucken interessiert. Seine Tochter und Prinzessin Gigi (Maja Hoffmann), sein Sohn Prinz Egbert (Michel Kirchner) – der den Führerschein für die vierspännige Staatskarosse ablegen will – und deren Zofen Gurkelind (Nina Reimann) und Hildegard (Sophia Hoffmann) werden durch ein eben gelesenes Märchen dazu angeregt, den König wieder zu verheiraten, damit er auf andere Gedanken komme. So inserieren sie in der Königlichen Reichspost, um eine geeignete Frau und Königin zu finden, die allerdings zuvor drei Fähigkeiten unter Beweis stellen muss:

Sie muss Honigkrapfen backen, Strümpfe stopfen und den Pfefferpfirsich pflücken können. Gigi und Gurkelind wissen jedoch selbst nicht, was ein Pfefferpfirsich eigentlich ist. Ein ganzer Lastwagen mit Briefen wurde angeliefert, welche die Dienerin Rosalinde (Liv-Grete Haas) in den Thronsaal schafft. Schließlich werden aus sehr vielen Bewerberinnen drei ausgesucht, die sich am Nachmittag beim Kaffeetrinken vorstellen sollen: Prinzessin Siebenstück (Melina Marie Jahnel), Prinzessin Sonnenblick (Ronja Lassak) und Prinzessin Kammerlohr (Louisa Pessel). Der Kutscher Johann (Julian Heß) muss seine Pferde im Zaum halten und die umgekippte Kutsche wieder flott machen, um die Auserwählten zum König zu bringen.

Alle drei Bewerberinnen wissen nur nicht, wie man Pfefferpfirsiche pflückt oder wo ein Pfefferpfirsichbaum zu finden ist, aber das wollen sie natürlich nicht zugeben. So hoffen sie auf die Hilfe von Minister Huckepack (Peter Thüring), der sich als Wahrsager verkleidet hat. Der König, der sich fortan nur noch seinem Sternenforschen widmen möchte, bestimmt seine Tochter Gigi als Nachfolgerin auf dem Thron. Allerdings muss Gigi noch die dritte Aufgabe lösen: Wie kann man einen Pfefferpfirsich pflücken? Gigi weiß eine Lösung. Ach ja, da gibt es ja noch die Familie Himmel mit den Darstellern Lucca Haas, Lena Keiderling, Elisabeth Kolk, Mia Krzikalla, Jonas Wolff, Rosa Hopf und Johanna Kolk.

Sie sind auf Prominentenjagd und bahnen sich einen Weg durch den Zuschauerraum in das Reich des Königs. Alle Darstellerinnen und Darsteller haben ihr Bestes gegeben und wurden durch Szenenapplaus und Schlussapplaus belohnt. Ganz zum Schluss der Premiere gab es dann noch Blumen. Ebenso eine Blume als Dank erhielten alle anderen, die im landläufigen Sinn „vor und hinter der Bühne“ für einen reibungslosen Ablauf der Vorstellungen gesorgt haben.

In der Regie von Viola Fritz und Katrin Koch haben die Kids, die in die Fußstapfen der Erwachsenen des Sachsenbrunner Theatervereins treten möchten, jeden Montagabend seit den Herbstferien geprobt. Neu dabei ist diesmal die siebenjährige Johanna Kolk, die ihr schauspielerisches Talent unter Beweis stellen möchte. Am längsten hält die Treue zum Kinder- und Jugendtheater Nina Reimann. Andere haben zwischenzeitlich eine Pause eingelegt, um dann wieder auf die Bühne zurückzukehren, so Viola Fritz. Und was sagt der Vorsitzende des Sachsenbrunner Theatervereins zu Premiere? Er ist mit der Leistung der Nachwuchsdarsteller zur Premiere voll zufrieden. Im Gegensatz zur Generalprobe vom Tage vorher „waren sie um Längen besser.

Sie sind Wettkampftypen, die Herausforderung und Spannung brauchen.“ In diesem Jahr hat die Anpassung des Theaterstückes an die Schauspieler stattgefunden, weiß Detlef Fritz. Es sollten alle diejenigen eine Rolle erhalten, die auch mitspielen wollten. Dafür wurde extra die Rolle der Familie Himmel in das Stück eingebunden. So sind es 19 Akteure auf der Bühne, die in diesem Jahr ihren großen Vorbildern nacheifern. Und so sieht es auch der Vereinsvorsitzende: „Einige sind an der Schwelle zum Erwachsenentheater. Wenn sie noch zwei bis drei Jahre im Kinder- und Jugendtheater spielen, kann ich sie mir bei den Erwachsenen durchaus vorstellen.“

Sein Dank geht an alle, die zum Gelingen der 13. Spielsaison des Kinder- und Jugendtheaters beigetragen haben. Dazu gehören u. a. die Waldbühne in Heldritt, von der zum Großteil die Kostüme kommen, die Eltern und Großeltern, die für den Fahrdienst zu den Proben und den Vorstellungen gesorgt haben und natürlich auch das Gasthaus „Zum Werratal“ für den Saal und die Pausenversorgung. Auch Regisseurin Viola Fritz ist mit ihren Schützlingen zufrieden. „Sie haben alles umgesetzt, was zu machen war.“ Sie ergänzt noch, dass entgegen sonstiger Gewohnheiten diesmal das Märchen dem Bühnenbild angepasst wurde.

„Wir haben das schöne Bühnenbild mit dem Thronsaal der Erwachsenenaufführung der vergangenen Saison genutzt.“ Am Vorabend zur Generalprobe hatte sie ihre Schützlinge angespornt und motiviert. „Wir schaffen das!“ oder „Jeder ist für das große Ganze verantwortlich!“ war ihre Motivation. Eine erste Zwischenbilanz konnte während der Generalprobe in der großen Pause gezogen werden. „Heute habt ihr euch ganz, ganz viel Mühe gegeben, das hat man gemerkt. Langsam kommt die Aufregung vor morgen – das ist auch gut so. Es funktioniert heute schon alles viel besser.“ Dann gab es noch Hinweise, was künftig zu beachten ist. Am Schluss schließlich gab es nochmals ein dickes Lob.

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