Mittwoch, 23.05.2018 16:26 Uhr

Der Eingliederungsvertrag ist unterzeichnet

Verantwortlicher Autor: K.-W. Fleißig Sachsenbrunn/Eisfeld, 08.04.2018, 20:32 Uhr
Presse-Ressort von: Karl-Wolfgang Fleißig Bericht 4895x gelesen

Sachsenbrunn/Eisfeld [ENA] Es war eine geschichtsträchtige Stunde, was sich da vor wenigen Tagen oben auf dem Bleßberg vollzog. Sachsenbrunns Bürgermeister Mike Hartung und Eisfelds Bürgermeister Sven Gregor hatten sich zusammen mit Gemeinderäten und Stadträten im Wanderheim des Thüringerwald-Vereins Saargrund getroffen, um zwischen den beiden Kommunen die Eingemeindung Sachsenbrunns in die Stadt Eisfeld vertraglich feierlich zu besiegeln.

Bürgermeister Sven Gregor ergriff als erster das Wort und begrüßte die gewählten Vertreter der beiden Kommunen. Unter ihnen auch Eisfelds Ehrenstadtrat Klaus Trebschuh. Ein Jahr wurde, so Gregor, über verschiedene Themen gesprochen, wobei es Höhen und Tiefen gab. „So richtig sind wir von unserer Landesregierung ja nicht weiter geführt worden, weil das Thema für sie auch sehr schwerwiegend und manchmal nicht so, wie sie sich das vorgestellt haben, ausgegangen ist.“ Zeitnah sollten die Unterlagen für die Eingliederung Sachsenbrunns in die Stadt Eisfeld auf dem Dienstweg über die Kommunalaufsicht in das Innenministerium gegeben werden, ...

so dass wunschgemäß die Eingliederung am 1. Januar 2019 vollzogen werden kann. Durch die Erfüllung Sachsenbrunns durch das Werrastädtchen habe man ja bereits einige Jahre zusammengearbeitet, wo man einmal zufriedener und einmal unzufriedener gewesen sei. Diese Zeit sei auch dazu da gewesen, um gemeinsam voneinander zu lernen. Ein einfacher Schritt sei dies für Sachsenbrunn und seine Bürger an diesem Dienstagabend sicherlich nicht, weiß Gregor. Er freut sich, dass die Beschlussfassung für den gemeinsamen Vertrag in beiden Parlamenten so deutlich ausgefallen ist. Bei einem knappen Ergebnis sei es immer schwierig, das Ganze auch nach außen zu transportieren.

Dass der Eisfelder Stadtrat einstimmig zugestimmt hatte zeigt, dass die Eingliederung von der „großen Mehrheit getragen wird“. Bereits die Fusion Eisfelds mit Bockstadt konnte Gregor mitgestalten und das „haben wir gut hinbekommen“. Wenn es jetzt die Möglichkeit gibt, die kommunalpolitische Zukunft der beiden Kommunen selbst zu gestalten, so sei dies der richtige Weg für Sven Gregor. Eine Zwangsfusionierung sei immer problematisch. Die getroffene ausführliche Vereinbarung soll zukünftig als „Leitfaden und Entscheidungshilfe für den Stadtrat dienen“. Der Eisfelder Bürgermeister ist überzeugt, dass sich der Stadtrat schon sehr an diesem Papier orientieren wird, was das Gemeindegebiet Sachsenbrunn betrifft.

„Die Bürger der Gemeinde Sachsenbrunn können sicher sein, dass dies auch so umgesetzt wird.“ Das betrifft beispielsweise die kommunale Trägerschaft der Kindertageseinrichtung und die Freiwillige Feuerwehr. „Da haben wir gute Lösungen gefunden, die wir jetzt gemeinsam mit Leben erfüllen sollten.“ Sven Gregor hofft, dass in der Übergangszeit an einem Strang gezogen wird. In der ersten Jahreshälfte des kommenden Jahres wird es dann eine Stadtratswahl geben. Auch da können Sachsenbrunner einziehen. In einer Übergangszeit bis dahin wird der Stadtrat durch den Sachsenbrunner Gemeinderat ausgeweitet, was ja gesetzlich geregelt sei.

Nach Harras, Waffenrod-Hinterrod, Hirschendorf und Bockstadt-Herbartswind wird es nun auch einen Ortsteil Sachsenbrunn von Eisfeld geben. Hier müssten zunächst Erfahrungen gesammelt werden, da keiner der bisherigen Eisfelder Ortsteile über 2.000 Einwohner aufweist. „Das wird eine Erfahrung für uns alle werden, aber wir wollen uns der Aufgabe stellen.“ Es soll schließlich das Bestmöglichste für die Gesamtkommune herausgeholt werden. Notwendige Investitionen in der Stadt Eisfeld und Sachsenbrunn sollen gemeinsam angegangen werden. Auch wenn es nicht unbedingt für den Zusammenschluss den Ausschlag geben sollte, so könne man mit den 1,5 Millionen Euro Fusionsprämie und weiteren Fördergeldern notwendige Investitionen tätigen.

Die Einwohner müssen mitgenommen werden, weiß Gregor und in Einwohnerversammlungen soll über weitere Schritte informiert und die Bürger von Sachsenbrunn und Eisfeld in die Prozesse mit eingebunden werden. Nur gemeinsam könnten die richtigen Lösungen gefunden werden. Zum Abschluss seiner Begrüßung bemerkte Eisfelds Bürgermeister Sven Gregor, dass die Stadt schon seit 25 Jahren Ortsteile hat und diese sich positiv entwickelt hätten. „Ich kann uns nur wünschen, dass wir gemeinsam unsere beiden Kommunen als zukunftssichere Kommune hier im Landkreis Hildburghausen nach vorne bringen. Von den Einwohnern her sind wir dann mit ca. 7.600 Einwohnern nach Hildburghausen und Schleusingen die drittgrößte Kommune.

So können wir uns auch zukunftsfähig aufstellen und die Aufgaben für unsere Bürger erfüllen. In diesem Sinne freue ich mich, dass wir heute hier auf dem höchsten Punkt unserer Kommune zusammengekommen sind.“ Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung wird nun ein Schlussstrich unter den Verhandlungsmarathon gezogen. Gregor bedanke sich bei allen für die bisherige Zusammenarbeit und hofft auf die Mithilfe aller bei der Umsetzung der Theorie in die Praxis, um das Beste für die Kommune herauszuholen.

Sachsenbrunns Bürgermeister Mike Hartung verwies darauf, dass die Entscheidung zur Auflösung der Gemeinde für den Gemeinderat keine leichte gewesen ist. „Ich hoffe aber, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben.“ Auch Hartung geht davon aus, dass man gemeinsam besser aufgestellt ist, schon allein von der Wirtschaftskraft her. Er ist ebenfalls froh, dass der Gemeinderat die Eingliederung so eindeutig entschieden hat. Anfangs sei er nicht so zuversichtlich gewesen. „Es ist ein gemeinsamer Start in eine sehr gute Zukunft und ich hoffe, dass dies auch gemeinsam mit Leben erfüllt wird und wir auch in Zukunft sehr gut miteinander zusammenarbeiten können.“

Nach diesen Begrüßungsreden schritten die beiden Bürgermeister zur Tat. Mike Hartung für die Gemeinde Sachsenbrunn und Sven Gregor für die Stadt Eisfeld setzten unter den Eingliederungsvertrag der Gemeinde Sachsenbrunn in die Stadt Eisfeld ihre Unterschriften und das Dienstsiegel. Zur Erinnerung an der Ort des Vertragsabschlusses wurde auf die, in den Kommunen verbleibenden, Exemplare der Stempel des Thüringerwald-Vereins Saargrund gesetzt und der Vertrag symbolisch per Handschlag besiegelt.

Die Erleichterung war den Beteiligten an diesem Abend anzusehen. Im Anschluss an diesen offiziellen Akt bestand die Möglichkeit, in dieser großen Runde Gedanken auszutauschen und eventuell erste gemeinsame Pläne zu schmieden. Auf jeden Fall wird es mit der Eingliederung Sachsenbrunns in die Stadt Eisfeld in der geschichtlichen Entwicklung des künftigen neuen Ortsteiles einen Einschnitt geben. Die kommunalpolitische Selbstständigkeit wird aufgegeben.

Wenn den Worten dann auch Taten folgen und die Zusammenarbeit sich fruchtbringend entwickelt, sollte den Sachsenbrunnern nicht bange sein. Die Wirtschaftskraft der Kommune Sachsenbrunn – ohne Gewerbegebiet und Tourismus – ließ den Kommunalpolitikern eigentlich keine andere Wahl, als, wohl auch schweren Herzens, dieser Eingliederung zuzustimmen.

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